Am dritten Spieltag war der SKM vergangenen Sonntag ausschliesslich auswärts gefordert. Für die Zweite ging es dabei bis nach Eltville – und die lange Fahrt hat sich gelohnt. Weniger Glück hatten die Dritte in Biebertal, die einen sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand gab, und die Siebte in Braunfels.
Landesklasse West: Die Zweite gewinnt den Krimi von Eltville
Sfr. Eltville I – SK Marburg II 3:5
Die weiteste Anreise der Saison führte die Zweite nach Eltville. Gegen einen nominell gleichwertigen Gegner entwickelte sich ein harter Kampf, der erst nach fünf Stunden entschieden war.
Nach etwa zwei Stunden sah es nach einem recht deutlichen Marburger Sieg aus: Unser Youngster Armin spielte überzeugend auf und gewann ohne Schnörkel; dem stand nur die Niederlage von Mika gegenüber. Die übrigen Partien waren ausgeglichen oder standen – wie bei Helge und Lennart – sogar deutlich besser für uns.
Die Zeitnotphase wirbelte dann jedoch einiges durcheinander. Nils’ Gegner fand sich im komplizierten damenlosen Mittelspiel nicht zurecht, sodass Nils recht bald gewinnen konnte. Genadi übersah dagegen einen taktischen Trick und musste kurz vor der Zeitkontrolle aufgeben. Auch die beiden aussichtsreichen Stellungen von Helge und Lennart kippten noch ins Remis – nach der Zeitkontrolle stand es 3:3.
Othmars Gegner startete einen harmlosen Königsangriff. Dadurch, dass nun alle gegnerischen Figuren am Königsflügel herumstanden, verschaffte sich Othmar am Damenflügel mit einer hübschen Kombination einen weit vorgerückten Freibauern, den er trotz Zeitnot zum vollen Punkt verwertete.
Die schönste Partie des Tages spielte Gerd. Sein Gegner opferte früh in geschlossener Stellung einen Turm gegen zwei Läufer. Mit Akribie erspielte sich Gerd zunächst Raumvorteil, öffnete dann die Stellung und knüpfte schliesslich ein Mattnetz um den gegnerischen König. Mit diesem Sieg zum 5:3 konnten die Marburger zufrieden nach Hause fahren.
In der Tabelle steht die Zweite gemeinsam mit zwei weiteren Mannschaften verlustpunktfrei an der Spitze – die Aufstiegsambitionen leben.
Bericht: Othmar Zenker
Landesklasse West: Die Dritte führt 3½:2½ – und verliert noch
Biebertaler SF I – SK Marburg III 4½:3½
Recht früh verlor Wolfram an Brett 1 mit Weiss: Im Damengambit war eine Schwäche auf e3 entstanden, die der Biebertaler zu seinen Gunsten nutzte. An Brett 7 stellte Udo einen Turm und damit die Partie ein – der SKM lag mit 0:2 hinten.
An den meisten anderen Brettern war die Lage noch so unklar, dass Klaus und Oliver die Remisangebote ihrer Gegner ablehnten. Dann kristallisierten sich Vorteile für Marburg heraus: an Brett 5 bei Sönke und an Brett 3 bei Luca. An Brett 8 hatte Andreas mit Schwarz und dem verwegenen Jänisch-Gambit eine unklare Stellung herbeigeführt, an Brett 2 spielte Louis allmählich eine vorteilhafte Stellung heraus.
Klaus bildete im Turmendspiel früher als sein Gegner einen Freibauern und setzte ihn gewinnbringend ein. Oliver verwandelte an Brett 6 den Zeitdruck seines Gegners in einen Qualitätsgewinn und die bessere Stellung, worauf der Biebertaler sofort aufgab – 2:2.
Sönke stand mit einem Mehrbauern am Damenflügel zwischenzeitlich gut, und Andreas setzte trotz getauschter Damen dank eines Monsterläufers den weissen König unter Druck. Luca erreichte eine gewinnverheissende Stellung mit Freibauern, hatte aber so viel Bedenkzeit verbraucht, dass er nur noch von der Zeitgutschrift von 30 Sekunden pro Zug lebte. Andreas gewann schliesslich, Louis kam nicht über ein Remis hinaus – 3½:2½ für Marburg.
Dann schlug das Schicksal zu: Sönke übersah im Schwerfigurenspiel eine Taktik und landete in einem schwer zu verteidigenden Endspiel mit einem Bauern weniger – Ausgleich. Luca fand in seiner Zeitnot nicht mehr die richtigen Züge und liess am Ende zu viel Material liegen, sodass auch diese Partie verloren ging. Glückwunsch an die Biebertaler – wenigstens einen Mannschaftspunkt hätten wir ihnen gern abgeknöpft.
nach einem Bericht von Oliver Mülders
Kreisklasse: Braunfels zieht seine Nummer eins aus dem Hut
SF Braunfels V – SK Marburg VII 3½:½
Obwohl Wladislaw am Spitzenbrett fehlte, fuhr die Siebte guten Mutes zum Tabellenletzten nach Braunfels. Für ihn feierte Jugendspieler Max an Brett 4 Premiere. Einen Dämpfer gab es jedoch, als Braunfels erstmals seine deutlich spielstärkste Nummer eins aufbot.
Gerd und Lothar hatten aus taktischen Gründen die Bretter getauscht, sodass Gerd mit Weiss gegen den über 340 DWZ-Punkte stärkeren Spitzenspieler antrat. Mit einer Eröffnungsüberraschung holte er sich zunächst Stellungs- und Zeitvorteil, vernachlässigte beim Bauernsturm gegen den lang rochierten König aber das Zentrum. Sein Gegner spielte seine Routine aus und gewann sicher.
Lothar hatte an Brett 2 die Partie lange im Griff, bis ihn eine Springergabel die Dame kostete. Ärgerlich: Beide Partieformulare deuteten nach dem Spiel auf einen irregulären Zug vor der Gabel hin. Da die Reklamation erst nach Partieende kam, blieb sie erfolglos – auf den Ausgang des Kampfes hatte das aber ohnehin keinen Einfluss.
Claudia stellte sich trotz starker Erkältung in den Dienst der Mannschaft und remisierte an Brett 3 nach über zwei Stunden. Max gab ein gutes Debüt, unterlag seinem ähnlich eingestuften Gegner aber nach fast drei Stunden – am Ende setzte sich die grössere Erfahrung durch.
Der Sieg der Braunfelser war vielleicht etwas zu hoch, aber verdient. Das nächste Spiel beim noch verlustpunktfreien Tabellenführer Heuchelheim IV wurde auf den 29. November verlegt – dort hängen die Trauben hoch.
nach einem Bericht von Gerd Schulmeier
Fazit
Ein Spieltag mit Höhen und Tiefen: Die Zweite gewinnt einen Fünf-Stunden-Krimi und bleibt an der Tabellenspitze, die Dritte verpasst nach 3½:2½-Führung noch den Mannschaftspunkt, und die Siebte muss sich einem stärker als erwartet aufgestellten Gegner beugen. Weiter geht es am Sonntag, dem 8. November, ab 14 Uhr im Bürgerhaus Wehrda.
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