SKM Jugendliche erfolgreich im Marburger Schulschach

Am 23. Mai wurde die Marburger Schulschach-Mannschaftsmeisterschaft ausgetragen. Hier der Bericht von Turnierleiter Christopher Overbeck (am Ende des Berichtes sind die Mannschaftsaufstellungen, SKM Mitglieder habe ich rot markiert):

Elisabethschule gewinnt 3. Marburger Schulschachmeisterschaft

Das königliche Spiel in der Krise? Dem mag so mancher Funktionär nur traurig beipflichten, wenn von der Entwicklung der Mitgliederzahlen etwa im deutschen Schachbund oder hessischen Schachverband die Rede ist. Auch die sinkende Beteiligung an den jeweiligen Meisterschaften in den letzten Jahren scheint für diese These zu sprechen. – Ganz anders die Situation an den Schulen. So wächst das größte deutsche Schulschachturnier „Rechtes gegen linkes Alsterufer“ in Hamburg stetig und zählte jüngst sogar 2600 Teilnehmer. Kein Wunder, dass Schach-Arbeitsgemeinschaften (AG`s) allerorten boomen und Schulleiter Schwierigkeiten haben, den Ansturm zu bewältigen. Auch in der hessischen Universitätsstadt Marburg ist einiges in Bewegung, wie die jüngste Auflage ihres Traditionsturniers beweist.

Das Marburger Umland weiß eine wechselvolle Geschichte zu berichten. Gab es hierzulande bis in die 1980er Jahre hinein noch eine mannigfaltige Schulschachszene, wovon die opulenten, von diversen OB`s spendierten Wanderpokale zeugen, so kam diese in den nächsten Jahrzehnten praktisch zum Erliegen. Doch in den letzten Jahren gründeten sich nach und nach wieder AG`s und mit der ersten Marburger Schulschachmeisterschaft im Landschulheim Steinmühle sollte auch diese Kontinuität im letzten Jahr wieder hergestellt werden.

Zur mittlerweile dritten Auflage des Turniers am 23. Mai 2016 trafen sich aus sechs Schulen über 40 junge Spielerinnen und Spieler der Jahrgangsstufen 4 bis 9 in der Cafeteria der Martin-Luther-Schule Marburg. Nach einer kurzen Begrüßung durch Schulleiter Karl Goecke gab Turnierleiter Christopher Overbeck das Turnier für die 10 Mannschaften à 4 Spieler frei. In den folgenden dreieinhalb Stunden folgten packende Duelle, klug kalkulierte Mattkombinationen sowie tragische Einsteller und Dramen, welche nicht nur die Nerven der beteiligten Spieler, sondern auch daneben stehenden Betreuer bisweilen arg strapazieren sollten.

Nicht jeder der (vermeintlichen) Favoriten sollte seiner Rolle gerecht werden. Denn die für das Schach zuständige Göttin Caissa hielt einige Überraschungen in Petto. Der Titelverteidiger, die Mannschaft der gastgebenden Martin-Luther-Schule 1, etwa kam nach verheißungsvollem Beginn bei anschließenden knappen Niederlagen und Remisen in der Endabrechnung nicht über den siebten Rang hinaus. Überaus erfolgreich hingegen verlief das Turnier für die zweite Vertretung der Richtsberg-Gesamtschule, die sogar das Ergebnis der ersten Garnitur durch überzeugendes Spiel in den Schatten stellte und mit 3,5 von 6 möglichen Punkten den Bronzerang belegte. Eine ganz besondere Premiere gelang der Otto-Ubbelohde-Schule: Zum ersten Mal bei der Stadtmeisterschaft dabei, erreichte sie aus dem Stand heraus mit 4 Punkten den 2. Platz.

An einem Team kam jedoch am Ende niemand vorbei: Mit weißer Weste – in Worten 6 von 6 Punkten – setzte sich die erste Mannschaft der Elisabethschule durch. Die Sensation war nicht nur insofern perfekt, weil die wenigsten die E-Schüler auf der Rechnung hatten, sondern weil ihnen obendrein auch noch das Kunststück gelang, gleichzeitig den ersten Rang in der Sonderwertung Schüler (bis Jg. 6) zu  belegen, sodass man nebst der obligatorischen Medaille für jeden Teilnehmer mit zwei Pokalen nach Hause fahren konnte. Im späteren Interview wusste auch Schulleiter Tobias Meinel den grandiosen Erfolg nicht so recht zu erklären. Er sei sich aber sicher, dass AG-Leiter Merih Cimen hervorragende Arbeit leiste und nicht zuletzt die enge Kooperation mit dem benachbarten Gymnasium Philippinum Früchte trage. Man freue sich schon jetzt darauf, den Titel bei der nächsten Auflage des Marburger Stadtmeisterschaft zu verteidigen. Von Krise in Marburg keine Spur!

Christopher Overbeck

 

Endstand nach 6 Runden

Mannschaft Spiele S/U/N Brettpunkte Punkte Buchh BuchhSumm
1. Elisabethschule 1 6 6/0/0 41:07 6 19,5 112,5
2. Otto-Ubbelohde-Schule 6 3/2/1 28:20 4 20,5 110,5
3. Richtsberg-Gesamtschule 2 6 2/3/1 26:22 3,5 17 110
4. Elisabethschule 2 6 3/1/2 23:25 3,5 16,5 110,5
5. Landschulheim Steinmühle 1 6 2/2/2 24:24 3 18,5 111,5
6. Gymnasium Philippinum 6 3/0/3 27:21 3 18 104,5
7. Martin-Luther-Schule 1 6 1/3/2 21:27 2,5 22 107
8. Richtsberg-Gesamtschule 1 6 2/1/3 21:27 2,5 15,5 106,5
9. Martin-Luther-Schule 2 6 2/0/4 17:31 2 15 106,5
10. Landschulheim Steinmühle 2 6 0/0/6 12:36 0 17,5 100,5

 

Aufstellungen (H.Neidhardt: Achtung, ich bin sicher die Aufstellungen von Steinmühle 1 und 2 wurden vertauscht)

Elisabethschule 1: Jakob Wolf, Emil Dierkes, Iliya Zand, Kilian Behrens; MF: Merih Cimen

Otto-Ubbelohde-Schule: Tom Kewald, Dmitri Schuster, Tom Imamoglu, Lennard Widdascheck; MF: Helge Neidhardt

Richtsberg-Gesamtschule 2: Taha Baroudi, Sean Weber, Sair Ahmed, Hamse Baroudi, E: Daniel Kreider, Paul Klee, MF: Daniel Allig

Elisabethschule 2: Diana  Salomka, Piet Veldmann, Max-Daniel Martin, Mikha Kröpelin; E: Eyüp Hese; MF: Merih Cimen

Landschulheim Steinmühle 1: Nikolas Becker, Bijan Teymoortash, Lennart Holly, Fabian Diedrich; E: Yasin Yilmaz; MF: Daniel Allig

Gymnasium Philippinum: Amira Id-Lefqih, Sebastian Speer, Jakob Hankel, Marc Krüger; MF: Michael Buder

Martin-Luther-Schule 1: Alexandru Despa, Bosko van Andel, Philipp Grein, Wagd Allchzaim; MF: Christopher Overbeck

Richtsberg-Gesamtschule 1: Matthias Merker, Merlin Otto, Abdulwares Sakha, Ahmad Nasrah; E: Bassem Al-Baroudi; MF: Daniel Allig

Martin-Luther-Schule 2: Julia Terno, Igor Khirevich, Paul Huping, Daniel Ebert; E: Recep Oguz; MF: Christopher Overbeck

Landschulheim Steinmühle 2: Finn Krausch, Spartak Gevorkyan, Urs Seifart, Richard Henkel, E: Paul Anton Schmölz; MF: Daniel Allig